Einladung zum Dialog: Menschenrechte und Unternehmensverantwortung

NeSoVe und CSR-Dialog laden zu gemeinsamer Veranstaltung am 17. Juni 2015 im Reitersaal der Oesterreichischen Kontrollbank

Die Vereinten Nationen haben 2011 die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet. Diese sollen alle Mitgliedsstaaten der EU national implementieren. Derzeit arbeitet die Bundesregierung an der Entwicklung eines Nationalen Aktionsplans Menschenrechte. CSR-Dialog und NeSoVe (Netzwerk Soziale Verantwortung) laden zum Dialog über gewünschte Maßnahmen zum Menschenrechtsschutz bei im Ausland operierenden Unternehmen.

Einladung zum Dialog: Menschenrechte und Unternehmensverantwortung
Mittwoch, 17. Juni 2015, 16:00 Uhr
Reitersaal der Oesterreichischen Kontrollbank
Strauchgasse 3, 1010 Wien

Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte um Anmeldung bis spätestens 12. Juni an office@csrdialog.at.

 

PROGRAMM

16:00 Uhr Ankommen und Kaffee
16:25 Uhr Begrüßung
16:30 Uhr Was ist für den Nationalen Aktionsplan Menschenrechte wichtig?
Impulsstatements, moderiert von Leo Hauska, CSR-Dialog
Wo besteht Handlungsbedarf?
Stefan Grasgruber-Kerl
Kampagnenbereichsleiter, Südwind
Anton Lorenz
Präsident, Amnesty International
Elisabeth Beer
Referentin in der Abteilung EU&Internationales, Arbeiterkammer Wien
Welche Lösungsansätze gibt es?
Marieta Kaufmann
Geschäftsführerin, NeSoVe
Helmut Schüller
Vorstandsvorsitzender, FAIRTRADE Österreich
Lisa Muhr
Geschäftsführerin, Göttin des Glücks
17:30 Uhr Pause
17:45 Uhr Diskussionstische
1. Wie werden derzeit menschenrechtliche Sorgfaltspflichten abgeschätzt?
2. Haben vorbildliche Unternehmen derzeit einen Wettbewerbsnachteil?
3. Wie weit geht die Verantwortung: eigene Produktion – Joint Ventures – Zulieferer – KundenInnen/Produkteinsatz?
4. Worum geht es: Kernkatalog (Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Versammlungsfreiheit, …) oder auch andere Themen?
5. Welche Umsetzung ist zielführend: individuelle Initiativen, freiwillige Vereinbarungen, gesetzliche Regelung?
18:45 Uhr Zusammenfassung der Ergebnisse
19:15 Uhr Weiter diskutieren am Buffet

 

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Rückfragen:

Leo Hauska | CSR-Dialog | Managing Director H&P Group | Hauska & Partner
Tel: +43 1 513 17 00, leo.hauska@hauska.com

Laura Gruber | Netzwerk Soziale Verantwortung (NeSoVe)
Tel: +43 664 750 76 280, laura.gruber@sozialeverantwortung.at

 

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Was ist ihre Meinung dazu?

2 Kommentare

  1. Arno Niesner

    Einerseits interessiert mich, welche Methoden es gibt oder geben sollte, damit Menschenrechte abseits intrinsischer Motivation (https://idw-online.de/de/news630570) zunehmend handlungsanleitender Teil individueller Unternehmensverantwortung werden.

    Und andererseits möchte ich darüber mehr erfahren, inwieweit ein Menschenrecht wie jenes des Artikels 23 auf individueller, unternehmerischer Ebene ohne Anreize von außen von den Handelnden verstärkt gelebt werden WILL.

    1. Marieta Kaufmann

      Lieber Arno Niesner,
      aus Sicht unseres Netzwerks ist eine gesamtgesellschaftliche Durchsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten nur durch gewisse regulative Anpassungen möglich. Zu denken ist hier insbesondere an die Anwendung des gesteigerten Sorgfaltspflichtmaßstab des Unternehmensgesetzbuches auch auf die Fallgruppen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches. Des weiteren ist klarzustellen, dass Sorgfaltspflichten auch die menschenrechtlichen Belange via Tochterunternehmen umfassen, ein Unternehmen also die Pflicht hat, bei extraterritorialen Aktivitäten zu schauen, inwiefern menschenrechtliche Problematiken existieren und diesen im Rahmen eines Risikomanagements vorzubeugen. Sinnvoll wäre hier insbesondere auch aus dem Deliktsrecht bekannte Beweiserleichterung für die Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen, indem das Unternehmen nachweisen muss, dass es die gebotene Sorgfalt geübt hat und nicht umgekehrt der Sorgfaltspflichtverstoß nachgewiesen werden muss.

      Abseits hiervon gibt es freiwillige Maßnahmen, die Unternehmen für mehr menschenrechtliche Verantwortung in der Liefer- und Wertschöpfungskette setzen können, die aber ihre Grenzen nicht zuletzt in der notwendigen Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen haben, insofern aus unserer Sicht als Add-On zukunftsweisend sein können, die Notwendigkeit verbindlicher Regelsetzung jedoch nicht ersetzen.

      Beim CSR-Dialog am 17. Juni sollen genau diese Maßnahmen vorgestellt und debattiert werden.

      Herzliche Grüße
      Marieta Kaufmann